Steigen die Temperaturen auf 25 Grad oder mehr, solltet Ihr Eure Gassirunden deutlich anpassen. Entscheidend sind nicht nur die Lufttemperatur, sondern auch direkte Sonne, Luftfeuchtigkeit und der Untergrund. Besonders Asphalt kann sich stark aufheizen und für empfindliche Hundepfoten schnell unangenehm oder sogar gefährlich werden.
Wie belastend Hitze für Euren Hund ist, hängt von Alter, Gesundheit, Körperbau und Fell ab. Deshalb gibt es keine feste Temperaturgrenze, die für jeden Vierbeiner gleichermaßen gilt. In diesem Ratgeber erfahrt Ihr, wann Ihr besser nur kurz nach draußen geht, woran Ihr Überhitzung erkennt und wie Ihr das Gassigehen bei Hitze sicher plant.

Warum Hitze für Hunde schnell gefährlich werden kann
Menschen kühlen ihren Körper vor allem über das Schwitzen. Hunde haben diese Möglichkeit kaum. Sie besitzen nur wenige Schweißdrüsen an den Pfoten und regulieren ihre Körpertemperatur hauptsächlich durch Hecheln. Wird die Umgebung zu warm oder bewegt sich der Hund längere Zeit in der Sonne, stößt dieser natürliche Kühlmechanismus schnell an seine Grenzen.
Besonders vorsichtig solltet Ihr bei Welpen, älteren Hunden, übergewichtigen Tieren und kurznasigen Rassen wie Möpsen oder Französischen Bulldoggen sein. Auch Hunde mit Herz- oder Atemwegserkrankungen vertragen hohe Temperaturen deutlich schlechter. Viele Vierbeiner laufen trotzdem weiter, obwohl sie bereits überlastet sind. Deshalb liegt es an Euch, die Belastung rechtzeitig zu reduzieren.
Gassigehen bei Hitze: Die richtige Uhrzeit macht den Unterschied
Die angenehmsten Bedingungen herrschen in den frühen Morgenstunden. Dann sind Luft und Boden noch vergleichsweise kühl und Euer Hund kann sich deutlich entspannter bewegen. Eine gute Alternative sind Spaziergänge am späten Abend, wenn die Sonne bereits untergegangen ist.
Zwischen 11 und 17 Uhr solltet Ihr längere Spaziergänge möglichst vermeiden. In dieser Zeit erreichen sowohl die Lufttemperatur als auch die Bodentemperatur häufig ihre höchsten Werte. Muss Euer Hund trotzdem nach draußen, genügt meist eine kurze Gassirunde im Schatten.
| Außentemperatur | Empfehlung |
|---|---|
| bis 20 °C | normale Spaziergänge |
| 20–25 °C | Tempo reduzieren, Schatten suchen |
| 25–30 °C | kurze Gassirunden morgens oder abends |
| über 30 °C | nur das Nötigste, viel Wasser und Ruhepausen |
Heißer Asphalt ist eine oft unterschätzte Gefahr
Während die Lufttemperatur bei 30 Grad liegt, können sich Asphalt oder Pflastersteine auf weit über 50 Grad aufheizen. Das reicht aus, um die empfindlichen Ballen innerhalb kurzer Zeit zu verletzen.
Ein einfacher Test hilft: Legt den Handrücken für etwa sieben Sekunden auf den Boden. Ist das unangenehm, ist der Untergrund auch für Euren Hund zu heiß.
Wählt im Sommer deshalb lieber Waldwege, Wiesen oder schattige Feldwege. Nach dem Spaziergang lohnt sich ein kurzer Blick auf die Pfoten. Kleine Risse oder gerötete Ballen bleiben sonst oft unbemerkt.

Ausreichend trinken ist Pflicht
An heißen Tagen verliert Euer Hund deutlich mehr Flüssigkeit. Deshalb sollte frisches Wasser immer verfügbar sein – nicht nur zu Hause, sondern auch unterwegs.
Für längere Spaziergänge sind Trinkflaschen mit integriertem Napf oder faltbare Reisenäpfe praktisch. Bietet Eurem Hund lieber mehrfach kleine Mengen Wasser an, statt ihn erst nach der Gassirunde trinken zu lassen. Eiskaltes Wasser ist nach großer Anstrengung keine gute Idee. Kühles Wasser reicht völlig aus und belastet den Kreislauf weniger.
Wer im Sommer längere Ausflüge plant oder verreist, sollte ausreichend Trinkwasser fest einplanen. Das gilt besonders für längere Autofahrten oder den Urlaub mit Hund, bei dem nicht überall sofort eine Wasserquelle verfügbar ist.
Hund im Auto: Schon wenige Minuten können zu viel sein
An warmen Tagen solltet Ihr Euren Hund niemals im geparkten Auto zurücklassen – auch dann nicht, wenn das Fenster einen Spalt geöffnet ist oder das Fahrzeug im Schatten steht. Die Innentemperatur steigt innerhalb kurzer Zeit stark an und wird schnell lebensgefährlich.
Da Hunde ihre Körpertemperatur fast ausschließlich über das Hecheln regulieren, kann sich die Hitze im Körper stauen. Die Folge kann ein Hitzschlag sein, der sofort tierärztlich behandelt werden muss. Erledigt Einkäufe oder andere Besorgungen deshalb lieber ohne Hund oder lasst ihn an heißen Tagen zu Hause. Das ist die deutlich sicherere Lösung.
Woran Ihr einen Hitzschlag erkennt
Ein Hitzschlag entwickelt sich häufig schleichend. Viele Hunde hecheln zunächst stärker als gewöhnlich und wirken unruhig. Wird der Körper weiter aufgeheizt, verschlechtert sich der Zustand oft innerhalb kurzer Zeit.
Achtet besonders auf folgende Warnzeichen:
- starkes und anhaltendes Hecheln
- auffällig rote oder dunkel verfärbte Zunge
- starker Speichelfluss
- Taumeln oder Unsicherheit beim Laufen
- Erbrechen oder Durchfall
- Teilnahmslosigkeit
- Kreislaufprobleme oder Zusammenbruch
Bringt Euren Hund sofort in den Schatten, bietet ihm Wasser an und kühlt Pfoten, Bauch und Beine langsam mit kühlem – nicht eiskaltem – Wasser. Anschließend solltet Ihr umgehend eine Tierarztpraxis aufsuchen. Welche Sofortmaßnahmen wichtig sind, erfahrt Ihr ausführlich in unserem Ratgeber „Hitzschlag beim Hund“.
So sorgt Ihr für eine angenehme Abkühlung
Nicht jeder Hund springt gerne in einen See. Viele Vierbeiner freuen sich schon über einen schattigen Garten, ein Planschbecken oder ein feuchtes Handtuch, auf das sie sich legen können. Wichtig ist, dass Euer Hund selbst entscheiden kann, wie lange er die Abkühlung nutzt. Zwingt ihn weder ins Wasser noch auf eine Kühlmatte, wenn er den Platz meidet.
Geht Euer Hund gerne schwimmen, lasst ihn langsam ins Wasser gehen. Nach einem anstrengenden Spaziergang sollte er nicht direkt in eiskaltes Wasser springen, da der starke Temperaturwechsel den Kreislauf belasten kann. Beginnt besser an den Pfoten und Beinen und kühlt den Körper nach und nach ab. Weitere sichere Möglichkeiten findet Ihr in unserem Ratgeber Hund bei Hitze abkühlen.
Auch zu Hause könnt Ihr Eurem Hund Erleichterung verschaffen. Haltet Rückzugsorte kühl, zieht Vorhänge oder Rollläden rechtzeitig zu und bietet mehrere Wassernäpfe an. Kühlwesten, feuchte Tücher oder Matten können sinnvoll sein, sollten aber nie so kalt sein, dass Euer Hund zu frieren beginnt. Beobachtet ihn aufmerksam und entfernt die Kühlhilfe, sobald er unruhig wird oder den Platz verlassen möchte.
Achtet beim Baden außerdem auf Hinweisschilder zu Blaualgen. Einige Gewässer können im Sommer belastet sein und für Hunde gesundheitliche Risiken darstellen. Lasst Euren Hund nicht aus trübem, grünlich verfärbtem Wasser trinken und sucht im Zweifel lieber eine andere Badestelle.
Die wichtigsten Tipps für das Gassigehen bei Hitze
Mit ein paar einfachen Maßnahmen lässt sich das Risiko für Euren Hund deutlich reduzieren:
- Spaziergänge möglichst früh morgens oder spät abends planen.
- Schatten und Wiesen statt heißem Asphalt wählen.
- Immer frisches Wasser mitnehmen.
- Auf Ballspiele, Joggen oder Radfahren verzichten.
- Den Hund niemals im geparkten Auto lassen.
- Pfoten nach jedem Spaziergang kontrollieren.
- Warnzeichen eines Hitzschlags ernst nehmen und sofort handeln.
Schon kleine Veränderungen im Tagesablauf helfen dabei, dass Euer Hund den Sommer sicher und entspannt genießen kann. Beobachtet Euren Vierbeiner aufmerksam und passt Länge sowie Intensität der Spaziergänge an die Temperaturen an. So bleibt das Gassigehen bei Hitze auch an warmen Tagen möglichst angenehm.


